Fakten: Wie werden Katzen für Tierversuche genutzt?
Nicht nur an Affen, Hunden oder Nagern wird geforscht. Auch Katzen werden für Tierversuche missbraucht. In Deutschland sind Versuche an Katzen an der Tagesordnung. Unvorstellbar grausame Versuche wurden in den USA in der Universität von Wisconsin-Madison durchgeführt. In der Forschung gelten sie aufgrund ihres hochentwickelten Nervensystems als beliebtes Modell. Eine Dokumentation von PETA zeigt die Fakten (Video).
Update: 24.08.2026
Wo werden Katzen eingesetzt?
Aufgrund ihrer scharfen Sinne und der Ähnlichkeit ihres Gehirns zum Menschen ist der Hauptfeind der Katzen im Labor die Hirn- und Sehforschung.
Ablauf invasiveR Experimente
Schwere Gehirn-Operationen: Unter Betäubung werden Löcher in die Schädeldecke gebohrt, um Elektroden zu implantieren oder Hirnaktivitäten mit Chemikalien sichtbar zu machen.
Fixierung und Nahrungsentzug: Um Abwehrreaktionen bei Sehtests zu verhindern, werden die Köpfe der Tiere teils tagelang fixiert. Nahrung wird oft entzogen, um sie mit kleinen Happen zur Kooperation zu zwingen.
Entfernung der Stimmbänder: Damit der Laborablauf nicht durch Schmerzensschreie gestört wird, werden Labortieren für manche Versuchsreihen die Stimmbänder entfernt. Sie leiden stumm.
Das Schicksal nach den Versuchen
Die Isolation und die chronischen Schmerzen führen zu massiven Schäden wie schweren Depressionen, Gesichtslähmungen oder Nervenversagen, sowie zu einem Delirium durch Schmerzschock, der das Herz-Kreislauf-System belastet. Sobald die Katzen für die Forschung nicht mehr verwertbar oder „kaputt operiert“ sind, werden sie routinemäßig getötet. Ihre Körper werden für weitere Gewebeuntersuchungen seziert und anschließend entsorgt.
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Das Leiden von Double Trouble
Unzählige Katzen wurden im UW Madison über Jahrzehnte für Versuche gefoltert. Die Organisation PETA hatte diese Grausamkeit aufgedeckt und mit einer langen intensiven Kampagne für die Beendigung der Experimente gekämpft.
Nach jahrelangem Rechtsstreit erzwang die Schwesterorganisation PETA USA September 2012 die Herausgabe der Fotos, auf denen die Torturen der Katze festgehalten sind.
Im Januar 2015 hatte PETAs Kampagne Erfolg. UW Madison stellte die Versuche ein und gab die letzten vier Katzen zur Adoption frei.
Fünf Jahre später beklagte sich UW Madison, von PETA generell falsch dargestellt zu werden. Ein Verfahren, um das Image hoch zu hieven: Die Universität weist jede Schuld von sich, indem sie das Problem als „manipulierte PR-Kampagne“ deklariert.
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Kalte Realität
Den PETA USA vorliegenden Aufzeichnungen zufolge wurde die Katze Double Trouble mehrfach invasiven Operationen an Augen, Ohren und Gehirn unterzogen. Die Aufzeichnungen belegen, dass Double Trouble während der OP erwachte. Sie war bei Bewusstsein, während an ihrem kleinen Körper operiert wurde.
Nach den Eingriffen wurde Double Trouble Experimenten ausgesetzt. Stahlringe in den Augen, Bolzen im Schädel, Elektroden im Gehirn, am Kopf fixiert an einer stählernen Vorrichtung, der Körper in einen Nylonsack geschnürt - damit sie sich nicht bewegen konnte, während Tests an ihrem Gehör vorgenommen wurden.
Mehrere Tage vor den Experimenten wurde sie in einen Hungerzustand gebracht, um sie in ihrer Verzweiflung mit kleinen Happen zur Kooperation gefügig zu machen.
Gesundheitlich ging es der Katze Double Trouble immer schlechter.
Den Aufzeichnungen zufolge bekam sie Zuckungen, partielle Gesichtslähmung und die Wunde an ihrem Kopf entzündete sich schmerzhaft. Trotz bakterieller Infektion, die eine Resistenz gegen Antibiotika aufwies, ließen die Experimentatoren die Katze weitere zwei Monate leiden, bevor sie getötet und anschließend bis auf die letzte Faser seziert wurde.
MISSHANDLUNG UND QUAL
https://www.peta.org/media/resources/uw-madison-cruelty-photos/
Katzenversuche in Europa
Europaweit werden für die Hirnforschung Katzen im Tierversuch eingesetzt. Juli 2012 wurde in Großbritannien ein Fall publik, bei dem einunddreißig (31) Katzen in Dunkelheit (einige hatten dafür zugenähte Augenlider) aufgezogen und dann getötet wurden, um ihr Gehirn zu untersuchen.
In Deutschland gibt es ähnliche Tierversuche. An der Uni Osnabrück zwangen Forscher Katzen in einem Experiment, bestimmte Filmaufnahmen anzuschauen, während sie über ein Bohrloch in ihrem Schädel das Gehirn mit einer Chemikalie anfärbten, um Hirnaktivitäten zu beobachten.
Auch vom Max Planck Institut Frankfurt/ Main sind aus 2012 Experimente an Katzen bekannt. Ziel der Studien war die Erforschung des Sehzentrums. Den Katzen wurden unter Betäubung die Schädeldecke geöffnet. Zwar wurden Verbote ausgesprochen, doch die Dunkelziffer dürfte beachtlich sein.
QUELLEN UND LINKVERWEISE
TIERVERSUCHE AN KATZEN, PETA.de
MADISON SCHLIESSEN - ERFOLG, PETA.org
TIERVERSUCHE AN KATZEN, Ärzte gegen Tierversuche
TIERVERSUCHE AN KATZEN, katzeninfo.com
PETA misrepresents UW–Madison lab, University of Wisconsin–Madison
https://news.wisc.edu/peta-misrepresents-uw-madison-lab/