Beschaffenheit der Haut - festgelegt oder variabel?
Der Hauttyp ist die genetisch festgelegte Beschaffenheit und Grundzustand der Haut, welcher nicht veränderbar ist. Es kann immer nur der Hautzustand behandelt und verändert werden. Oft werden beide Begriffe ausgetauscht und verwechselt.
Der Hauttyp gibt Aufschluss über die Aktivität der Talg- und Schweißdrüsen sowie über den Grad Durchfeuchtung (Turgor). Damit ist ein Rückschluss auf die Barriere der Haut, ihre Abwehrfunktion und Prädisposition möglich.
Der Hautzustand wird von inneren (endogenen) und äußeren (exogenen) Faktoren beeinflusst. Zu den endogenen Faktoren zählen Hormone und Stress, zu den exogenen zählen Lebensstil, Medikamente, Kosmetikprodukte, Klima und Umwelteinflüsse.
Medizinische Bezeichnungen
Eudemie (normale Haut)
Eudermie beschreibt einen idealen Hautzustand, bei dem der Talg- (Fett), Schweiß und Feuchtigkeitshaushalt optimal im Gleichgewicht ist. Der Säureschutzmantel ist intakt.
Feinporig, samtig-glatt, geschmeidig, zart und rosig, sie fettet nicht nach und spannt nicht, keine Hautunreinheiten, gute Durchblutung, guter Turgor (Spannungszustand, der durch den Feuchtigkeitsgehalt der Haut bestimmt wird), Witterungseinflüsse werden gut vertragen.
Seborrhoea Oleosa (öliger Talgfluss)
Grundzustand: gesteigerte Produktion von Talg und Schweiß an den Arealen wo sich viele Talgdrüsen befinden (T-Zone, Stirn, Nase, Kinn, Kopfhaut, Brust, Rücken), was zu fettender Haut und Haaren führt. Feuchtigkeitsgehalt ist normal, der PH-Wert liegt im alkalischen Bereich - was zu Bakterien und Unreinheiten führen kann mit heterogenen Ausprägungen. Gute Wetter- und Sonnenverträglichkeit, späte Faltenbildung.
Dieser Hauttyp entwickelt sich mit Beginn der Pubertät. Seborrhoea Oleosa Zustände können auch ausgelöst werden durch spätere hormonelle Ursachen, Medikamente, Stress, komedogene Kosmetika.
Haut: Ölig-glänzender Teint, dicke blasse Haut, robust, widerstandsfähig, großporig, je nach Ausprägung Neigung zu Mitessern und verschiedene Formen von Akne.
Kopfhaut: meist fettiges Haar, das kurz nach der Wäsche oft gleich wieder strähnig wirkt. Häufig verbunden mit fettigen, gelblichen Schuppen.
Hautziel: Talgproduktion drosseln, pH-Wert regulieren.
Seborrhoea Sicca (trockener Talgfluss)
Grundzustand: verkürzte Verhornungsperiode, trockene Hautschuppen bei erhöhter Talgbildung mit hohem Cholesterinanteil und Unterfunktion der Schweißdrüsen, Fett und Feuchtigkeit sind nicht emulgiert, der Hydrolipidfilm kann auf der Haut keinen vollen Schutz bilden (Säureschutzmantel), transepidermaler Wasserverlust -Feuchtigkeit entweicht aus der Haut. Reagiert auf Witterung. Im Alter nimmt die Talgproduktion ab.
Seborrhoea Sicca-ähnliche Zustände können auch ausgelöst werden durch hormonelle Ursachen, Medikamente, Stress, austrocknende oder komedogene Kosmetika.
Trockener Fetthaut mangelt es an:
- natürlichen Feuchthaltefaktoren (NMF), die Feuchtigkeit binden – Urea, Aminosäuren, Milchsäure
- epidermalen Lipiden, die für eine gesunde Hautbarriere benötigt werden - Ceramide, Fettsäuren, Cholesterin - um den Säureschutzmantel zu erhalten
Haut: Ölig-glänzender Teint zugleich trocken (dehydriert), schuppig, erhöhte Neigung zu Mitessern (Komedonen), Ausbildung großer Poren, Rötungen
Kopfhaut: schnell fettiges Haar, gleich am nächsten Tag, häufig Schuppen
Hautziel: regelmäßige Abtragung der trockenen Horn- und Hautschuppen um die Aufnahme der Feuchtigkeit zu verbessern, Lipidschutz, Säureschutzmantel erhöhen
Sebostase (mangelnder Talgfluss)
Grundzustand: Unterfunktion der Talgdrüsen, verminderte oder fehlende Talgproduktion der Haut, zudem Schweißdrüsenunterfunktion. Der Hydrolipidfilm ist somit beeinträchtigt. Fettarme trockene Haut. Da der schützende Fettfilm fehlt, erfolgt ein transepidermaler Wasserverlust über die Haut. Trockene Haut (Xerosis cutis) mit Spannungsgefühl. Form und Schweregrad reicht von leicht bis extrem. Sebostase geht mit Neurodermitis einher. Reagiert auf Witterung.
Vorwiegend rothaarige und blonde Menschen neigen unter diesem Hautbild. Das Hautbild tritt zu 80% infolge verminderter Talgsekretion im Alter auf. Sebostase kann temporär erscheinen durch hormonelle Einflüsse, Stress, Krankheit, austrocknende Kosmetika.
Trockener Haut mangelt es an:
- epidermalen Lipiden, die für eine gesunde Hautbarriere benötigt werden - Ceramide, Fettsäuren, Cholesterin
- natürlichen Feuchthaltefaktoren (NMF), die Feuchtigkeit binden – Urea, Aminosäuren, Milchsäure
Haut: fettarm, trocken, oft geminderte Schweißproduktion, schuppig, Fältchen, fahl
Kopfhaut: glanzlos, stumpf
Hautziel: Feuchtigkeit, Aufbau der Lipidschicht, regelmäßige Abtragung der trockenen Horn- und Hautschuppen
Mischhaut
Kombination aus seborrhoischer (fettiger) und sebostatischer (trockener) Haut. Bei Mischhaut weist die Haut unterschiedliche Merkmale auf, in der T-Zone fettig mit Unreinheiten und an den Wangen trocken mit Spannungsgefühl. Die unterschiedlichen Zonen müssen entsprechend unterschiedlich nach ihrem jeweiligen Bedarf versorgt werden.
Unter einem Hautzustand versteht man eine Hautveränderung. Dies kann mehrere Ursachen haben. Wie am Anfang erwähnt spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: äußere und innere Einflüsse, Lebensraum, Sonne, Klimaveränderungen, Ernährung, Rauchen, Alkohol, Hormone, falsche Produkte, entfettende Produkte, falsche Behandlung, Alterung, Allergien und Krankheiten.
Die jeweiligen Merkmale der Hauttypen können zu einem Hautzustand werden, der den Grundzustand überlagert. Mit Hautzustand bezeichnet man denjenigen Zustand der Haut, der sich zum Zeitpunkt der Untersuchung zeigt.
Ölige Haut • fett-feucht
Ölige Haut produziert übermäßig viel Talg. Sie zeichnet sich durch einen öligen Hautglanz und erweiterten Poren aus. Bei falscher Pflege verstopfen die Poren. Es kann zu Mitessern und Unreinheiten kommen.
Fettarme Haut • fettarm-trocken
Fettarme Haut hat kleine, kaum sichtbare Poren und frühzeitig feine Linien und Falten, auch Trockenheitsfältchen genannt. Die Haut kann rissig sein. Zudem kommt es zur Schüppchenbildung, Spannungsgefühl oder geröteten Stellen kommen.
Pergamenthaut • atrophisch
Ab dem 25. Lebensjahr beginnen sich der Haut-Stoffwechsel und die Zellneubildung sukzessive zu verlangsamen. Der Alterungsprozess verläuft bei jeder Haut individuell. Reife Haut verliert an Feuchtigkeit, Elastizität, Dicke. Meist ist sie dünn, sehr trocken und fettarm, feine Linien und Fältchen treten auf.
Ölig-trockene Haut • fett-trocken
Die Haut bildet schnell trockene Schuppen und produziert übermäßig Talg, der fest bzw. pastenartig ist. Sie ist ölig und gleichzeitig trocken, zeichnet sich durch einen öligen Hautglanz und verstopfte Poren aus. Die Haut ist empfindlich.
Feuchtigkeitsarme Haut
Mangel an Feuchtigkeit (trocken), transepidermaler Wasserverlust aufgrund Barriere- Störung und Störung des Hydrolipidfilms, Schüppchenbildung, jede Haut kann dehydrieren
Unreine Haut • Akne
Kennzeichen einer unreinen Haut oder Akne sind Mitesser, Papeln und Pusteln. Meist ist die Haut ölig und entzündet. Es gibt verschiedene Stadien und Formen von Akne.
Hyperpigmentierung
Pigmentflecken sind meist deutlich sichtbar im Gesicht und an den Händen. Es handelt sich um eine Überproduktion von Melanin, hormonell.
Couperose
Rote Äderchen sind das Ergebnis eines schwachen Bindegewebes.
Für die Hautpflege steht eine große Auswahl an Produkten zur Verfügung. Die Entscheidung, welches Produkt letztendlich das richtige für die jeweilige Haut ist, basiert auf der Analyse des Hauttyps und des Hautzustandes sowie auf Kenntnissen zu Wirk- und Inhaltsstoffen.