· 4 min read

Ultraschall-Peeling: Poren ausdrücken oder Skin Scrubber?

Skin Scrubber vs. Porenausdrücken

Wer unter verstopften Poren leidet, gerät zu Hause schnell in Versuchung, Mitesser mit den Fingern auszudrücken. Doch beim Quetschen mit den Fingernägeln wird der Talgpfropf oft nach unten in die Haut gepresst. Die Pore platzt unterirdisch, was zu Entzündungen, geplatzten Äderchen und zu Narben führt. Es entsteht ein feines Netz auf der Haut durch subkutane Strukturschäden. Als Alternative für den Heimgebrauch gilt der Skin Scrubber (Ultraschall-Spatel). Doch ist er auch sicher?

Wie ein Skin Scrubber funktioniert


Ein Skin Scrubber arbeitet mit hochfrequenten Ultraschall-Vibrationen und Wasser. Auf der nassen Haut entstehen dadurch Mikro-Explosionen, die festsitzenden Talg, Schmutz und lose Hornschüppchen soft aus den Porenkanälen „rütteln“.


  • Vorteil: Es entsteht – im Gegensatz zu den Fingern – kein punktueller, tiefer Gewebedruck, der Poren unterirdisch zum Platzen bringt.


  • Gefahr bei falscher Anwendung: Wer den Spatel aus Ungeduld zu fest aufdrückt oder über bereits trockene, schuppige Hautpartien schabt, reizt die geschädigte Barriere der trockenen Fetthaut zusätzlich.


Die 3 Regeln für Die Heimanwendung


  • Niemals trocken anwenden: Die Haut muss während der gesamten Behandlung nass sein (z. B. durch ein Hydrolat oder Wasser), damit der Ultraschall gleiten kann.


  • Null Druck ausüben: Das Gerät im 45-Grad-Winkel sanft über die Haut gleiten lassen. Die Vibration arbeitet, nicht deine Muskelkraft.


  • Vorbereitung ist alles: Nutze vorab einen wasserlöslichen Öl-Cleanser, um den fettlöslichen Talg in den Poren anzulösen.


Wie oft anwenden?


Da ein Ultraschall-Spatel die Haut intensiv peelt, darf er nicht täglich genutzt werden. Die optimale Häufigkeit hängt ganz von deinem Hauttyp ab:


  • Fettige Haut & Mischhaut: 2 bis 3 Mal pro Woche. Hier hilft das Gerät effektiv, die hohe Sebumproduktion im Zaum zu halten und Verstopfungen zu lösen.


  • Trockene Fetthaut (Seborrhoea Sicca): 1 Mal pro Woche. Da die Hautoberfläche dehydriert und empfindlich ist, reicht eine wöchentliche Anwendung aus, um die Barriere nicht zu stressen.


  • Trockene & sensible Haut: Alle 10 bis 14 Tage. Bei diesem Hauttyp steht die Porenreinigung weniger im Fokus. Der Scrubber sollte hier primär zur sanften Entfernung von Hautschüppchen genutzt werden.


Wann zur Kosmetikerin?


Geräte im Kosmetikstudio (wie Hydrafacial oder professionelle Vakuum-Sauger) arbeiten mit kontrolliertem Unterdruck und spülen die Poren gleichzeitig mit Wirkstoffen. Wenn Mitesser manuell entfernt werden, nutzt die Kosmetikerin flächigen Zug und sterile Materialien. Tief sitzende, geschlossene Mitesser (Whiteheads) sollten daher niemals im eigenen Badezimmer, sondern immer professionell behandelt werden.


ist es wirklich Ultraschall?


Mit dem sogenannten Wassertropfen-Test kannst du sofort überprüfen, ob dein Gerät mit echtem Ultraschall arbeitet oder nur vibriert. So führst du den Test durch:


  • Gerät einschalten: Schalte den Scrubber ein und wähle den Reinigungsmodus bei dem die höchste Ultraschall-Frequenz aktiv ist (meist Cleaning oder Ion+).


  • Spatel halten: Halte das Gerät so, dass die gebogene Kante des Edelstahl-Spatels nach oben zeigt (wie eine kleine Schaufel).


  • Wasser auftragen: Gib mit dem Finger oder einer Pipette 2–3 Tropfen klares Wasser direkt auf die Metallfläche des Spatels.


Das Testergebnis interpretieren:


  • Echter Ultraschall: Das Wasser wirkt als wenn es "kocht". Es entsteht ein feiner, weißer Nebel, und das Wasser wird in mikroskopisch kleine Tröpfchen zerstäubt. Manchmal kann es dabei auch zischen. Das zeigt, dass die Frequenz hoch genug ist, um Flüssigkeiten zu spalten – genau dieser Effekt sprengt später den Schmutz aus deinen Poren.


  • Fake-Ultraschall / Vibration: Das Wasser bleibt als Tröpfchen auf dem Metall liegen und schwappt nur unruhig hin und her oder spritzt in dicken Tropfen zur Seite. Es entsteht kein feiner Nebel. Das ist der Beweis, dass im Inneren nur ein Vibrationsmotor sitzt, der für eine Tiefenreinigung der Poren wirkungslos ist.


Fazit zur Nutzung


Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Porenausrücken kommt aufgrund der subkutanen Schädigungsgefahr kaum in Frage. Ein Skin Scrubber dagegen schon. Bei regelmäßiger Anwendung kann die Scrubber-Technik dazu beitragen, das Erscheinungsbild von Problemen wie Unreinheiten oder sogar Akne zu verbessern, indem sie abgestorbene Hautzellen entfernt und die Hauterneuerung stimuliert.

Hast du eine trockene Fetthaut? Tipps zur richtigen Pflege und wie du den Sebumfluss dauerhaft regulieren kannst, findest du unter Seborrhoea Sicca.